Schwarzwälder Bote 14.11.: Konzept der Gemeinsamkeit geht auf

Von Jacqueline Geisel

Wenn das mal keine Erfolgsformel ist: Liederkranz plus „Oberjesingers“ plus Sarah Menzel ergibt „Mir im Süden“, ergibt begeisterten Applaus für ein gelungenes und abwechslungsreiches Chorkonzert.

Jettingen. „Rote Lippen soll man küssen“, „Walking in Memphis“, „Bunt sind schon die Wälder“, „Whiskey in the Jar“, „Mein kleiner Teddybär“, „Unter der Linde“ und natürlich das titelgebende „Mir im Süden“ – dies sind nur einige der Lieder, die der Oberjettinger Liederkranz bei seinem Konzert zum Besten gab. Mit dieser bunten Programmauswahl von Schlager über Pop und klassische Männerchorliteratur bis hin zum irischen Volkslied brachten die knapp 20 Sänger Schwung und Stimmung in die gut besuchte Martinskirche.

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In der Martinskirche boten die Sängerinnen und Sänger ein buntes Konzertprogramm. Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder-Bote

Bei diesem Konzert war aber nicht nur reiner Männergesang geboten. Der gemischte Chor aus Oberjesingen – die „Oberjesingers“ – wärmte die Seelen unter anderem mit dem Pophit „Sweet dreams“ von „Eurythmics“, dem Gospel „My life is in your hands“ von Kirk Franklin und John Lennons „Imagine“. Gemeinsam sangen beide Chöre „Musik, Musik, Musik“, auch bekannt als „Ich brauche keine Millionen“, sowie das im Original von „Ich und Ich“ gesungene „Du erinnerst mich an Liebe“. Für die Zugabe wichen beide Chöre spontan von ihren Vorbereitungen ab und entschieden sich stattdessen aus aktuellem Anlass für „Halleluja“ von Leonard Cohen. Der Sänger ist wenige Tage vor dem Konzert verstorben.

In der Mitte des Konzerts räumten die beiden Chöre Platz für eine außergewöhnliche junge Solistin ein: Sarah Menzel, 16 Jahre alt, aus Oberjesingen, singt schon ihr Leben lang, nimmt aber erst seit knapp einem Jahr Gesangsunterricht. Sie strebt eine professionelle musikalische Laufbahn an, für welche sie – gemessen an ihrem Auftritt in Oberjettingen – geboren zu sein scheint. Ihr Auftritt verursachte zunächst vollkommene Stille. Ihre Stimme, so kräftig, sicher und wohlklingend, drang bis in die hintersten Reihen und sorgte für Gänsehaut. Menzel meisterte mit scheinbarer Leichtigkeit die anspruchsvollen Pophits „You haven’t seen the last of me“ von Cher, „Tattooed heart“ von Ariana Grande sowie Demi Lovatos „Stone cold“.

Die musikalische Leitung lag in den fähigen Händen von Raphael Layher, Chorleiter des Männergesangvereins sowie der „Oberjesingers“. Am Piano wurden die Sängerinnen und Sänger von Annemarie König begleitet, am Cajon von Adrian Mauch.

Alle Beteiligten dieses Konzertabends strahlten bei ihren Auftritten Freude am Singen aus und alle wurden sie vom Publikum gleichermaßen mit Applaus gefeiert. Bei diesem abwechslungsreichen Programm schien auch für jeden etwas dabei gewesen zu sein, das die Füße zum Wippen oder den Kopf zum Nicken im Takt der Musik brachte.

Konzert: Mir im Süden…

…stellen  nicht  nur  die  hochwertigeren  Kraftfahrzeuge  her  und brauen nicht nur das bessere Bier. Nein! Wir können vor allem auch Chorgesang!

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OberjeSINGERS

Davon überzeugten sich am Samstag, 12. November 2016, viele Zuhörer in der voll besetzten Oberjettinger Martinskirche.
Der Männergesangverein Liederkranz Oberjettingen, die OberjeSINGERS und die junge Solistin Sarah Menzel hatten sich vorbereitet, um dieses abwechslungsreiche Konzert „Mir im Süden“ mit geistlichen Stücken, traditioneller und zeitgenössischer Chorliteratur und Pop zu präsentieren.
Dirigent Raphael Layher hatte es geschafft, die Sängerinnen und Sänger auf den Punkt fit zu machen. Heraus kam Qualität!

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Männergesangverein Liederkranz Oberjettingen

Viele Stücke wurden à-cappella vorgetragen, andere von der Pianistin Annemarie König und Adi Mauch am Cajon gekonnt begleitet.
Wir sind der Evangelischen Kirchengemeinde Oberjettingen sehr dankbar für die Überlassung der Räumlichkeiten – ein toller Rahmen für ein Chorkonzert, von Wondersound in stimmungsvolles Licht getaucht!
Die Chöre wechselten sich ab, wobei die OberjeSINGERS von ihrem ehemaligen und unserem derzeitigen Oberjettinger Pfarrer Thomas Cornelius, dem „Hausherrn“ in der Martinskirche, angekündigt wurden – sicher eine außergewöhnliche Situation.
Für zwei Chorstücke standen die Chöre dann gemeinsam auf der Bühne, ebenso für die Zugabe: Zu Ehren des zwei Tage zuvor verstorbenen Musikers Leonard Cohen hatten die Sängerinnen und  Sänger  noch  eine  Stunde  vor  Konzertbeginn  das  weltbekannte Stück „Hallelujah“ geübt, das Raphael Layher quasi im Vorbeigehen aus zwei Partituren zusammensetzte. Dafür gab es dann ebensoviel Beifall wie für die Beiträge zuvor.

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Gemeinsamer Auftritt

Ein besonderes Highlight war der Auftritt von Sarah Menzel. Die 16-jährige Oberjesingerin hatte sich wirklich schwierige Stücke aus der Popmusik vorgenommen und derart souverän interpretiert, dass man Gänsehaut bekommen konnte!

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Sarah Menzel

Nach dem musikalischen Teil hatten die Männer des Liederkranz ihre Chorkollegen aus Oberjesingen und das Publikum noch ins Martinshaus  zum  Stehempfang  geladen.  Diese  Einladung  nahmen viele Gäste an und ließen sich die „Jettinger Schlappen“, den  Sekt  oder  das  Pils  sowie  weitere  Getränke  und  Snacks schmecken.  Bei  der  Gelegenheit  kamen  dann  auch  viele  tolle Rückmeldungen zum Konzert.
Herzlichen Dank den vielen Fans des Chorgesangs für ihr Kommen, ebenso nochmals der Kirchengemeinde und Pfarrer Thomas  Cornelius  für  die  tolle  Gastfreundschaft  in  ihren  Räumen.
Chapeau unserem Dirigenten Raphael Layher und den beiden Instrumentalisten. Und zuletzt noch der Dank den OberjeSINGERS für ihren bereichernden Gastauftritt in Oberjettingen. Das war sicher nicht das letzte Mal!

Gäubote vom 15.11.: Gelungener Mix aus Pop und Klassik

Jettingen: Männergesangverein, OberjeSingers und Solistin begeistern – Leonard Cohen als Zugabe

von Marline Fetzer-Hauser

Ein rundum gelungenes, abwechslungsreiches Konzert boten der Männergesangverein (MGV) Liederkranz Oberjettingen und die OberjeSingers am Samstagabend. Wunderbare Ergänzung des Programms mit Pop- und klassischen Titeln erlebten die vielen Konzertbesucher mit der imponierenden Singstimme der 16-jährigen Sarah Menzel, die als Solistin mit drei internationalen Hits beeindruckte.

„Mir im Süden“ lautete der selbstbewusste Titel des Konzertabends, der nach einem vom Männerchor gesungenen Lied von Ralph Digel gewählt worden war – und er umschrieb zu Recht die Qualität des gemeinsamen Konzerts von Männerchor und gemischtem Chor aus Oberjesingen. Sie hatten übrigens die evangelische Martinskirche als Veranstaltungsort gewählt, wo sich der Hausherr, Pfarrer Thomas Cornelius, freute, hier quasi seiner „Vergangenheit und Gegenwart“ zu begegnen – er war lange Jahre Pfarrer in Oberjesingen, bevor er nach Oberjettingen wechselte.

Emotionen, Schwung und gute Laune

Bereits im Juni waren die beiden Chöre unter Leitung von Raphael Layher zusammen aufgetreten, damals in der Kirche in Oberjesingen (der Gäubote“ berichtete). Das Programm folge auch diesmal „keinem festen Motto“, kündigte Rüdiger Stumm vom MGV an, die Zuhörer freuten sich allerdings über eine Art roter Faden: Die meisten Lieder gefielen mit Emotionen, Schwung und guter Laune. Vielfach trug zudem die instrumentale Begleitung durch Klavier (Annemarie König) und Cajon (Adrian Mauch) zur Lebendigkeit der einzelnen Musiktitel bei. Und optisch rundete zudem die sanft in Farben ausgeleuchtete Kirchenbühne den Auftritt ab.

„Bunt sind schon die Wälder“ von den Sängern des MGV stellte dabei einen eher leisen Auftakt des Konzerts dar, es folgten das flottere „Whiskey in the Jar“ – mit attraktiver Solostimme von Georg Mauch – und eben „Mir im Süden“. Das Lied hatte es immerhin unter die Top 20 der SWR-Hitparade geschafft und sorgte unter den Konzertbesuchern für einige Auflacher mit dem selbstbewusst-ironischen Text über „das kleine Volk im Süden“, das „es ein bisschen besser drauf“ hat, als so mancher Hesse, Bayer oder Sachse.

Die OberjeSingers traten mit „Free your Soul“ und „Imagine“ von John Lennon auf und würdigten mit der Gospel-Hymne „My Life is in your Hands“ den Auftrittsort. Auch der Männerchor trug dem mit dem geistlichen Lied „Herr, führe du uns“ Rechnung. Es folgten vom Männerchor keckere Kost mit „Rote Lippen soll man küssen“ und „Der kleine Teddybär“, dazu „Walking in Memphis“ und mit „Unter der Linde“ ein Titel klassischen Liedguts.

„Sweet Dreams“ und „Coconut“ folgten von den OberjeSingers, zudem das von Raphael Layher bearbeitete „Der schlechte Ruf“, ein ursprünglich französisches Lied von Georges Brassens. Ebenfalls von Dirigent Layher bearbeitet und von den Chören kraftvoll und ausdrucksstark gemeinsam vorgetragen waren die Stücke „Musik, Musik, Musik“ und „Du erinnerst mich an Liebe“. Seit Mitte 2015 hat Raphael Layher als junges Talent Sarah Menzel künstlerisch unter seine Fittiche genommen und ihr Gelegenheit für Auftritte gegeben: Sie sang nicht gerade einfache Titel von Cher („You havent seen the last of me“), Ariana Grande („Tatooed Heart“) und Demi Lovato („Stone Cold“) scheinbar mühelos, rund und mit dunklem Timbre, spürbar die Dramatik, die den Texten innewohnt.

Nach anhaltendem Beifall dann eine Zugabe, die von den Chören relativ spontan als Erinnerung an den legendären und gerade gestorbenen Songwriter und Sänger Leonard Cohen einstudiert worden war: dessen berühmtes „Hallelujah“. Ein würdiger Konzertabschluss, dem ein geselliges Miteinander im benachbarten Gemeindehaus bei einem Ständerling folgte.